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Mit dem VW Bus nach Albanien

Nachdem wir uns nach langer Zeit des Abwägens aller Für und Wider zum Einbau eines Hochdachs in unseren 24 Jahre alten VW-Bus entschlossen hatten, hielten wir uns mit unserer Urlaubsplanung erst einmal etwas zurück, da die Zeit bis zur Fertigstellung nicht genau einzuschätzen war.

Mitte Mai war dann abzusehen, dass wir – einige Provisorien in Kauf nehmend – eine erste Tour starten können und so entschieden wir uns, relativ spontan, über die Balkanländer bis nach Griechenland zu fahren.
Los ging es – begleitet von eher skandinavischen Wetter- in Richtung Bayern, wo wir in Herrensaal auf einem Bauernhof übernachteten. Weiter gings nach Maria Luggau in Österreich. Nach einem leckeren Wiener Schnitzel suchten wir uns, auf einem kleinen, zum schönen Gasthaus gehörendem Campingplatz, einen Stellplatz. Hier wurde die Campingsaison gerade erst eröffnet und wir genossen die regenverhangene, aber trotzdem grandiose Aussicht über das Lesachtal.

Nach einem kurzem Abstecher über Italien fuhren wir durch Slowenien nach Kroatien, wo wir auch das erste Mal die Sonne länger als eine halbe Stunde sahen.
Entlang der wunderschönen Adriaküste, vorbei an Dubrovnik, fanden wir immer kleine und nicht überfüllte Autocamps auf welchen wir entspannte Nachmittage und Abende verbracht haben.

Nach einer Woche gemütlichen Reisens passierten wir am 1. Juni die Grenze nach Montenegro. Zufälligerweise hatten wir noch kurz vor unserer Ausreise aus Deutschland gelesen, dass die grüne Versicherungskarte bei der Einreise nötig sein soll und uns diese mit dem entsprechendem Vermerk „MN“ noch vorsichtshalber besorgt. Wie sich später herausstellen sollte – zu unserem Glück, denn der unfreundliche Grenzbeamte forderte diese ziemlich energisch ein.
Auch den Hinweis, dass man sich als Reisender innerhalb von 24 Stunden anmelden muss, nahmen wir jetzt deutlich ernster. Allerdings erwies sich dieses Problem für uns als nicht ganz so einfach zu lösen. Auf den kleinem Autocamps winkten die Betreiber lachend ab, wenn wir sie nach einer Anmeldung fragten und die meisten Touristenbüros waren nicht berechtigt diese entgegen zu nehmen.

Montenegro war uns wärmstens als landschaftlich an Norwegen erinnerndes Land empfohlen worden und wir wurden nicht enttäuscht.
Wir spazierten durch Herceg Novi, schauten uns dort die gut erhaltene Festung Forte Mare an und übernachteten unter Feigenbäumen auf einem kleinen Platz direkt an der Adria, den wir ganz für uns allein hatten, während sich einen Ort weiter doch das ein oder andere weiße Wohnmobil auf einem ADAC- Campingplatz drängte.
Am nächsten Tag ging es in die Berge und wir genossen den wunderschönen Ausblick auf die Bucht von Kotor, fuhren weiter in den Norden um dort den spektakulären Tara-Canyon- mit bis zu 1300m Tiefe eine der tiefsten Schluchten Europas – von der Durdevica-Brücke aus anzusehen.

Übernachtet wurde auf einem Campingplatz der eigentlich nur eine Wiese mit Dusche und WC im Freien war – sehr einfach aber trotzdem schön, denn auch hier waren wir die einzigen Gäste auf dem Platz.
Am nächsten Morgen war das Wetter, so wie am Tag davor auch schon, bedeckt und regnerisch, aber das hielt uns nicht davon ab, uns auf den Weg zum Kloster Ostrog zu machen.
Das Kloster ist ein beeindruckendes Felsenkloster, d.h., es wurde in zwei Höhlen mitten in den Berg gebaut um es so vor Zerstörung zu schützen. Es beherbergt einen Schrein mit dem Körper von Vasilija- dem Begründer des Klosters- und gehört heute zu den wichtigsten Pilgerstätten für Orthodoxe, Katholiken und Muslime in Montenegro.
Auch wir waren von diesem Bau und der von ihm ausgehenden besonderen Atmosphäre beeindruckt.

Bei strömendem Regen machten wir anschließend noch einen kurzen Abstecher nach Podgorica, der Hauptstadt Montenegos, um uns dann wieder Richtung Adria zu wenden.
In Bečići, also 4 Tage nachdem wir in Montenegro eingereist waren, wies uns,
nach vielen erfolglosen Versuchen uns im Land anzumelden, ein freundlicher Mitarbeiter einer Touristeninformation, allerdings nicht ohne vorher gewichtig und mit dem Kopf schüttelnd unseren Einreisestempel zu beäugen, den Weg zu einem Büro in Budva, das uns die benötigte Bescheinigung ausstellen durfte.
Dort war es dann etwas schwierig den Mitarbeitern klar zu machen, dass wir durchs Land reisen und daher auch keine feste Adresse angeben können – am Ende wurde ganz pragmatisch die Adresse irgend eines zuvor „ergoogleten“ Campingplatzes eingetragen. Wir entrichteten unsere Touristengebühr von einem EUR pro Tag und zogen wieder los.
Weiter ging es die E80 entlang bis in die Nähe von Petrovac na moru, wo uns „Archies“ einen kleinen Campingplatz anzeigte und auf dem wir übernachten wollten.
Dieser entpuppte sich als noch geschlossen, aber der freundliche, an einer seiner Buden herumwerkelnde, Besitzer hatte nichts dagegen, dass wir blieben.

Und wieder hatten wir einen tollen Platz, direkt am Strand und ohne Nachbarn- zumindest für diese Nacht. Fußläufig entfernt befand sich ein Restaurant in welchem wir schön zu Abend aßen und beim Bier auf das Meer schauen konnten.
Der nächste Tag begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein und so beschlossen wir zu bleiben, um am Strand zu spazieren, Steine zu sammeln, zu baden und zu lesen- also einfach die Seele baumeln zu lassen.
Am folgendem Tag, nach einer knappen Woche in Montenegro, machten wir uns nach dem Frühstück auf nach Albanien.
Kurz vor der Grenze hatten wir dann Kontakt mit der montenegrinischen Polizei, welche uns 30 EUR für das Fahren ohne Licht abknöpfen wollte- als wir nur 20 EUR in bar hatten, taten die es auch…

Albanien – das war auf dieser Reise die eigentlich Unbekannte – wir hatten keine wirkliche Ahnung davon was uns erwarten wird.

Wir wurden positiv überrascht – es war eine großartige Erfahrung in dieses landschaftlich reizvolle Land zu reisen. Die Menschen waren uns gegenüber überaus aufgeschlossen, gastfreundlich, neugierig und freundlich.
Gleich nach dem Grenzübertritt ging es in ein Geschäft um uns – wie übrigens auch schon in Montenegro – mit einer Simkarte fürs mobile Internet zu versorgen – 15 Gigabyte für 30 Tage und 12,50€- phantastisch! Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass das mobile Netz in allen von uns besuchten Ländern wesentlich besser und preisgünstiger ist als hier in Deutschland.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz durchquerten wir- für uns etwas befremdlich – nördlich von Shengjin – ein altes Militärgebiet auf welchem noch alte Autos, Schiffe und Torpedos vor sich hinrosten und fast wären wir umgekehrt, als uns eine Frau ansprach, sich freute, dass wir auch aus Deutschland sind und uns in geringer Entfernung einen kleinen Campingplatz empfahl.

Der Platz war gerade im Entstehen – wie wir am nächsten Morgen feststellen konnten – aber wirklich sehr schön, direkt am Meer, mit Sonnenliegen und nicht weit entferntem Restaurant.
Auch hier hatten wir gleich nette Gespräche mit einem dort arbeitendem jungen Mann.
Außer uns befanden sich noch zwei Wohnmobile aus Deutschland auf dem Platz. Man warnte uns gleich bei der Ankunft davor, unseren Wassertank hier zu füllen- denn es kommt nur Salzwasser aus den Hähnen, ebenso aus der Dusche.
Wir gingen schön essen und genossen später den Sonnenuntergang am Meer. Am nächsten Morgen tranken wir bei herrlichstem Wetter unseren Kaffee, als ein riesiger LKW, beladen mit Sand, hinter uns stoppte und der etwas aufgeregte Campingplatzbesitzer uns bedeutete, dass genau da wo wir gerade mit unserem Bus stehen, die Ladung abgekippt werden sollte. Um die Sache zu beschleunigen, hatte er auch schon die Leinen unseres Vordaches in der Hand…
Also hieß es schnell zusammenpacken und diesen Platz räumen.
Und da die Gemütlichkeit eh irgendwie hin war, haben wir nicht mehr lange getrödelt sondern uns auf den Weg gemacht.
In Kruje schauten wir uns die Festung an – es wimmelte hier nur so von fröhlichen Kindern – schlenderten durch die alten Gassen, gingen durch einen geheimen Tunnel, durch welchen man früher die Festung unbemerkt verlassen konnte und trafen auf einen jungen Mann der uns stolz sein Haus zeigte, uns etwas zur Geschichte der Festung erzählte, zu einer alten Moschee führte, im Garten die uralten Gräber der Geistlichen zeigte und durch den wir zu einer Stelle fanden, von welcher wir eine grandiose Aussicht auf die Umgebung hatten. Wirklich ein schönes Erlebnis!
Im Anschluss bummelten wir noch über den farbenfrohen Basar um dann weiter, vorbei an Durres und Tirana, Richtung Süden zu fahren wo wir den Rest des Tages wieder an einem tollen Platz direkt am Meer verbrachten und der mit einem wunderschönem Sonnenuntergang zu Ende ging.

Der nächste Tag sollte uns nach Berat, der Stadt der Tausend Fenster, führen.
Unterwegs begegneten uns unzählige Erdölfördertürme, und -pumpen, es roch nach Öl und Gas, die Pipelines und Pumpstationen bestimmten lange Zeit das Bild- schön war anders, aber interessant war es allemal.
Und dann Berat- ich fand den Ort, trotz gefühlten 40 Grad im Schatten, sehr einzigartig und schön. Die alten Gassen mit den, wie Kunstwerke ineinander verwobenen Elektrischen Leitungen, die historische Steinbrücke über den Fluss Osum, das alte, glatt polierte Strassenpflaster- mein Mann fand die Gassen auch toll, allerdings den Ort hat er eher als bedrohlich empfunden.
Weiter sollte es zum Osum- Canyon gehen.

Der Weg dorthin war nicht ganz so einfach- wir wussten nicht wo genau wir hin müssen, mehrfach mussten wir umkehren, weil unser Bus zu breit oder zu schwer für eine Brücke gewesen ist. Als wir dann endlich an einer von Google mit Osum– Canyon bezeichneten Stelle standen, war das ganz hübsch, aber mehr auch nicht.
Das uns der Osum-Canyon auch noch den ganzen nächsten Tag begleiten würde, ahnten wir da noch nicht.
Zunächst brauchten wir aber erst einmal ein schönes Plätzchen zum Übernachten und das fanden wir dank Park4Night auch recht schnell.
Er handelte sich hierbei um eine, von albanischen Familien gern genutzte, Badestelle direkt am Osum-Canyon und mit einem kleinen Verkaufskiosk. Der freundliche Besitzer hatte nichts gegen eine Übernachtung einzuwenden- im Gegenteil- sein Zelt stand im Schatten eines Baumes. Er gab uns noch den Tipp in den Canyon hineinzulaufen, weil man diesen dort etwas weiter hinten über eine kleine Brücke überqueren kann.
Gesagt, getan und nach diesem schönen Abendspaziergang schmeckte das kühle Bier am Ufer des Flusses besonders gut.
Zur Abkühlung noch eine Runde im Wasser schwimmen und wieder ging ein schöner Tag zu Ende.
Und so wie der letzte endete begann der nächste Tag: mit schwimmen im Fluss.
Zum Frühstück umringte uns eine große Herde Ziegen die uns neugierig und laut meckernd begutachteten, während der Hirt an der Bude seinen Tee trank.

Der Plan für heute bestand darin nach Benja zu den Thermalquellen zu fahren.
Wir befanden uns ca. 30 km NE von Benja und der ganze Tag sollte vergehen, bis wir nach gefühlten 10x umkehren und 300 gefahrenen Kilometern,  erstmal aufgaben und uns einen Platz für den Abend gesucht haben.
Besonders an diesem Tag sind wir mit dem Bus die abenteuerlichsten Strassen gefahren – ein El Dorado für 4×4 Fahrer. Es taten sich große Löcher auf, Brücken waren nicht befahrbar, riesige Schlammpfützen verhinderten eine Weiterfahrt und immer war der Osum-Canyon in unserer Nähe. Dieser war doch viel spektakulärer als tags zuvor gedacht – tiefe, ausgewaschene Schluchten, klares türkisfarbenes Wasser – toll! Übrigens tummelten sich ein paar Raftingboote in den Fluten – für uns ein Zeichen dafür, dass der Tourismus auch hier langsam erwacht.

 

Irgendwann haben wir vor den Straßenverhältnissen kapituliert und uns mit der Tatsache abgefunden, dass wir wieder zurück und über die großen Straßen 300 km weit fahren müssen um nach Benja zu kommen. Ein langer Bus ohne Allrad ist auf vielen Strecken im Hinterland Albaniens eher ungeeignet, zumal uns noch das „Offroad-Besteck“, wie Schaufel und Sandbleche, fehlte.
In der Nähe von Ballsh, am Fluss Aoös, fanden wir eine schöne Stelle zum übernachten. Zu unserer großen Überraschung lebten dort Schildkröten im Gebüsch. Auch hier kam der ein oder andere Einheimische vorbei gefahren und winkte uns freundlich zu.
Abends ein wunderschöner Sternenhimmel und wieder ein kühles Bad im Fluss- einfach herrlich.

Am nächsten Tag ging  es dann direkt nach Benja, was wir 8 km später, nachdem wir kurz hinter Permet links in ein Seitental eingebogen waren, erreichten.
Der freundliche Parkplatzwächter wollte 200 LEK und entließ uns mit dem Hinweis, dass wir hier auch gern über Nacht bleiben könnten.
Aber uns verging beim Anblick des vollen Parkplatzes und der vielen, sich im Bassin tummelnden, Menschen die Lust zu bleiben.
Wir parkten also weit weg von Geschehen, schnappten uns die Handtücher und liefen los.
Der Anblick des Canyon, dessen Eingang von einer wunderschönen Osmanischen Bogenbrücke – Ura a Katuit- überspannt wird, dem tükisfarbenen Wasser und nicht zuletzt der Becken, in denen sich das warme, schwefelhaltige Wasser sammelt- ist wirklich toll und auch die bunten Tupfen der badenden Menschen fügten sich nun gut in das Bild ein.
Wir legten unsere Sachen ab und stürzten uns ins Getümmel, aber so richtig schön fanden wir es nicht und beschlossen daher ein Stück in den Canyon hineinzulaufen um dort nach einem Platz abseits der Trubels zu schauen.

Diesen fanden wir, nach einem kleinem Maleur, bei dem mein Mann den Boden unter den Füssen verlor und samt Fotoausrüstung rückwärts in den, an dieser Stelle sehr tiefen, Fluss fiel. Der Schreck war groß aber passiert ist zum Glück nichts – die Fotoausrüstung hatte wenig abbekommen und wir konnten in der Sonne auch noch den den letzten Tropfen Wasser verdunsten lassen – das Handy hatte er mir geistesgegenwärtig noch vor dem Eintauchen gereicht. Nachdem wir ausreichend gebadet hatten, beschlossen wir weiter Richtung Girokaster zu fahren um dort in der Nähe das Blue Eye –Syri i Kaltër – eine Karstquelle , zu bestaunen. Sie ist mit 6qm/s die wasserreichste Quelle des Landes.
Auch hier zahlen wir umgerechnet 2 EUR und bekamen den Hinweis, das wir auch gern an diesem Ort übernachten könnten. Nach ein paar 100 m erreichten wir den Parkplatz, der noch von einigen Autos und einem Bus mit Jugendlichen belegt war. Wir schnappten uns die Kameras und nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir die Quelle. Sie leuchtete und glitzerte in der Abendsonne. Die „Generation Instagram“ posiert was das Zeug hielt vor diesem Naturschauspiel – nur leider ohne richtig hinzuschauen.

Wir packten uns ein Abendessen zusammen und gingen nochmal los zum Wasser. Der Parkplatz leerte sich zusehends und ganz allmählich kehrte Ruhe ein und als dann auch noch die Kioskbetreiber nach Hause fuhren, hatten wir diesen wunderbaren Ort für uns allein. Wir konnten zusehen, wie langsam der Nebel über dem Wasser trieb, die Frösche ein Konzert gaben und als es richtig dunkel wurde sahen wir, dass überall Glühwürmchen durch die Luft schwirrten – alles war einfach nur schön.
Am nächsten Morgen kamen schon früh die ersten Besucher und auch wir machten uns nochmal auf den Weg um das Blue Eye im Morgenlicht zu fotografieren.
Unser Urlaub neigte sich langsam dem Ende zu und aus diesem Grund mussten wir uns auch Gedanken um unsere Rückreise machen – Griechenland hatten wir längst auf ein anderes Mal verschoben – und so beschlossen wir bis zum letzten Tag an der wunderschönen Küste Albaniens zu bleiben und dann von Igoumenitsa in Griechenland mit der Fähre nach Venedig zu fahren. Das sparte uns viele Kilometer Landweg und wir würden einen entspannten Tag auf dem Meer verbringen können.
In der Nähe von Saranda, einer sehr modernen Stadt mit vielen Geschäften, Restaurants und Hotels, entdeckten wir einen schönen, kleinen Strand wo wir ein paar Stunden blieben, im Restaurant mit traumhafter Aussicht aßen und schließlich weiter in Richtung Griechenland fuhren.
Und wieder fanden wir direkt am Meer einen schönen Platz und blieben, bis wir am übernächsten Tag los in Richtung Fähre mussten.
Die Grenzüberschreitung nach Griechenland verlief problemlos. Wir waren die einzigen Reisenden dort und man empfing uns mit einem freundlichen „Willkommen in der EU“. Der Grenzer lehnte sich noch kurz ins Fenster und fragte schmunzelnd, ob wir etwas zu verzollen hätten…
In Igoumentisa kauften wir ein, aßen zu Abend und tauschten die Online-Tickets in „richtige“ um. Dort gab man uns den Hinweis, dass das Hafengelände um Mitternacht abgeschlossen wird und man gut daran tut, vorher dort zu sein- egal wann die Fähre abfährt.

Unsere Fähre hatte über 3 Stunden Verspätung und fuhr statt 0:00 Uhr erst um 3:30 Uhr ab – d.h. wir haben viele Stunden auf dem Fährhafen zugebracht und waren sehr froh, als dann endlich Bewegung in die Autos kam.
Das System der Einschiffung war recht undurchsichtig, ging aber trotzdem schnell von statten, da nur wenige Autos in den Schlangen standen.
Wir hatten eine Juniorsuite gebucht und sind sofort ins Bett gefallen- inzwischen war es fast 4 Uhr morgens.
Gegen 19 Uhr legte die Fähre einen Zwischenstopp in Ancona/Italien ein und es war mal ganz schön, sich das geschäftige Treiben beim An- und Ablegen von Bord aus ansehen zu können.
Morgens gegen 4 Uhr ging es runter vom Schiff, rein nach Venedig und nach ein paar Stunden Schlaf im Bus saßen wir frühstückend im Cafe und sahen dem morgendlichen Treiben in Venedig zu – bevor auch wir uns ins Getümmel stürzten.
Uns hat es großen Spaß gemacht zusammen durch die engen Gassen zu gehen und die Stadt zu entdecken. Gegen Mittag war es sehr heiß und wir waren mächtig hungrig und durstig – also suchten wir uns ein nettes Plätzchen im Schatten und gaben dem Kellner die Chance uns Touris eins auszuwischen. 😉 Wir bestellten 2 große Bier und bekamen 2x 1,33 l Bier- solch große Gläser hatten wir noch nie gesehen! Alle schwitzenden Reisegruppen schauten sehnsüchtig zu uns rüber und hatten deutlich mehr Interesse für unsere Biergläser als für gotische Kirchen.

Nach einem schönen Tag in Venedig ging es dann weiter mit dem Ziel, noch eine Nacht unterhalb der 3 Zinnen in den Dolomiten zu verbringen – aber leider war die Mautstraße nach oben schon geschlossen und wir mussten umdrehen.
Also beschlossen wir nochmal nach Kärnten, ins Lesachtal, auf den kleinen Campingplatz zu fahren. Die Wirtin erwartete uns schon und so konnten wir – trotz später Stunde – wieder ein leckeres Schnitzel samt Bier genießen, bevor auch dieser Tag zu Ende ging. Der Morgen zeigte sich bei herrlichstem Wetter und so fiel uns die Entscheidung, noch einen Tag länger zu bleiben, leicht. Wir schauten uns den Klostergarten in Maria Luggau an und unternahmen eine schöne Wanderung, die ein wirklich toller Abschluss unsere Reise war.
Am nächsten Tag gings auf die Autobahn und nach 10 Stunden Fahrt waren wir wieder zu Hause – mit dem Wissen, dass wir auf jeden Fall noch einmal ins wunderschöne Albanien reisen werden.
j.m.s.

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